Erst Rekord-Hinrunde, dann Personalmisere

Kurioser Saisonverlauf für Kronshagens Korbjäger: Im Herbst 2018 avancierten die TSVK Baskets zum Überflieger der Zweiten Regionalliga Nord, legten die bis dato beste Hinrunde der Vereinshistorie hin und kratzten einstweilen gar an der Dominanz des übermächtigen und späteren Meisters Weser Baskets Bremen, um dann in der Rückrunde wieder viel von der erworbenen Reputation zu verlieren. Letztlich weist die Abschlusstabelle für Kapitän Christopher Gruber und Co. elf Siege und elf Niederlagen aus, die damit auf Platz fünf einliefen.

Jürgen Schinke, Kieler Nachrichten

Nach sensationelle Serie von acht Siegen hintereinander, die ihren Beginn mit dem 81:76-Heimsieg über den SC Rist Wedel II am zweiten Spieltag hatte und mit der knappen 65:66-Schlappe Anfang Dezember endete, durfte sich Kronshagen als Tabellenzweiter insgeheim gar Hoffnungen auf höhere Weihen machen. Von derartigen Gedankenspielen mussten sich die Schleswig-Holsteiner allerdings schon im Februar verabschieden, die nach überzeugendem 112:99-Jahresauftakt gegen den Walddörfer SV in eine anhaltende Ergebniskrise stürzten.

"Die Jungs haben insgesamt eine gute Saison gespielt, das sehe ich auch mit etwas Abstand noch so. Ich erinnere daran, dass wir mit dem Ziel Klassenerhalt in die Serie gingen", sagte Trainer Jojo Dörband.

Freilich besitzt der Coach an der positiven Entwicklung maßgeblichen Anteil. Zunächst kehrte Dörband bei Aufnahme seiner Tätigkeit im Sommer vor zwei Jahren nämlich die Scherben einer völlig verkorksten Saison zusammen, die mit dem sportlichen Oberliga-Absturz besiegelt wurde. Nur dank einer Wild Card blieb der Fastabsteiger überhaupt in der Liga, der sich mit Mühe auf der Zielgeraden der Spielzeit 2017/18 retten konnte. Mit dem Überlebenskampf hatte Kronshagen diesmal rein gar nichts zu tun, verstärkt durch die Neuzugänge Torge Smyrek, Tom Stahmer, Emil Krumbeck und Jan Witt, die sich rasend schnell integrierten und als Volltreffer zu bezeichnen sind, spielte das runderneuerte Ensemble zum Teil in beeindruckender Manier auf. Frühzeitig orientierte sich der vermeintliche Hinterbänkler bei sich einstellendem Erfolg in obere Gefilde.

"Dabei waren einige richtige enge Aufgaben zu meistern. Zur Wahrheit gehört einfach, dass wir in einigen Partien das notwendige Glück hatten, das relativiert die dennoch herausragende erste Halbserie", gab der Trainer freimütig zu.

Das Glücksbudget war indes im Februar aufgebraucht, als eine beispiellose, nicht enden wollende Personalmisere einsetzte. Wieder einmal erwischte es den verletzungsanfälligen Topscorer Smyrek, anschließend zogen sich die Center Frederik Schütze und Hanno Teßmer schwere Verletzungen zu. Zum absoluten Tiefpunkt avancierte das Auswärtsmatch in Bremerhaven, als gerade einmal noch sechs einsatzfähige Akteure der tapferen Notbesetzung angehörten.

Fazit: Der Absturz während der Saison vom zweiten auf den fünften Rang ist in erster Linie dem unfassbaren Verletzungspech geschuldet. Kein einziger Akteur stand in allen 22 zu absolvierenden Begegnungen auf dem Parkett, Kapitän Gruber, Frederik Butenschön und Johannes Kalm kamen mit 20 Partien noch auf die meisten Einsätze. Unterm Strich stellt die abgelaufene Spielzeit einen Schritt in die richtige Richtung dar, immerhin glückte ein Sprung von vier Plätzen aufwärts gegenüber der Vorsaison. Nach der Sommerpause wollen Kronshagens Basketballer neu angreifen, Neuzugänge sind derweil noch nicht zu verkünden. Das Gerüst wird Dörband erhalten bleiben, der seinen Mannen weiteres Entwicklungspotenzial attestiert: "Das Fundament ist gelegt. Wir sind als verschworene Einheit zusammengewachsen und zu einem viel besseren Team geworden."

Aus den Kieler Nachrichten

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