Spielbericht: 1. Herren bei den Ebstorf Heide Knights

Riskierte viel, konnte sein Team aber nicht zum Sieg führen: Johannes Kalm

Im strömenden Regen machten sich die 1. Herren am Samstagnachmittag auf den Weg nach Ebstorf, um die ersten Punkte der Saison zu erringen. Dabei musste Trainer Johannes Dörband zwar auf die Abwesenden Hanno Tessmer, Paul Stahnke, Christian Rinner und Torge Smyrek verzichten, konnte sich aber über gleich drei Debütanten freuen: Neuzugang Timo Meyer stieß nach überstandener Verletzung ebenso zum Team wie Jugendspieler Chidera Azodiro, der neben seinen Einsätzen in der u18 und JBBL nun auch in der 2. Regionalliga Spielpraxis sammeln soll. Als dritter Neuzugang stand schließlich erstmals der nigelnagelneue Vereinsbus zur Verfügung, der das Team künftig bequem und – aufgrund der verringerten Anzahl fahrender Autos – klimaschonend in die Dörfer und Städte Norddeutschlands begleiten wird. Das neue Vehikel führte sich auch gleich gut ein: Angetrieben von Kapitän Christopher Gruber bestach es durch bemerkenswerte Leistungen im Sprint wie auf Langstrecke, optimal funktionierende Scheibenwischer und einen überdimensionierten Kofferraum. Schwächen ließen sich lediglich bei der Feinabstimmung zwischen Navigationsgerät und Streckenführung im Baustellenbereich sowie bei der Anwendung des eingebauten Digitalradios finden. Solche Mängel sind angesichts des zufriedenstellenden Gesamtpakets aber zu verschmerzen.

In Ebstorf angekommen erwartete die Kronshagener die vermutlich beste Kulisse der zweiten Regionalliga: Auch wenn die Halle (möglicherweise ob des jüngst erfolgten Ferienstarts) nicht gänzlich ausverkauft war, gaben sich die Anwesenden alle Mühe, ihre Mannschaft mit Trommeln und Gesang zu unterstützen und sorgten so – angetrieben vom neuen Ebstorfer Hallensprecher – für eine würdige Atmosphäre. An dieser Stelle sei auch noch einmal dem alten Hallensprecher der Heide Knights, DJ Jorge, für seinen Einsatz in den vergangenen Spielzeiten gedankt. DJ Jorge war stets ein fairer Sprecher, der mit seiner einzigartigen Begeisterung und Leidenschaft dazu beitrug, dass die Fahrten nach Ebstorf seit jeher zu den Highlights der Saison zählten.

Ein großes Dankeschön gilt natürlich auch unseren treuen Auswärtsfans, die sich weder von der weiten Fahrt noch von den gegnerischen Ultras abschrecken ließen und uns hingebungsvoll unterstützten. Ihr seid die Besten!

Nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die eigenen Fans gelang Kronshagen dann auch ein sehr guter Start in die Partie. Gleich im ersten Angriff der Ebstorfer stibitzte Frederik Butenschön aufmerksam den Ball und sorgte im Fastbreak für die ersten beiden Punkte der Begegnung. In der Folge verteidigten die ersten Herren stark und trafen vorne gute Entscheidungen, der Dreier fiel und so stand nach kurzer Zeit eine 10:2 Führung auf der Anzeigetafel. Leider bedeutete diese Anfangsführung aber auch bereits den Höhepunkt Kronshagener Dominanz an diesem Tag. Nach gut 5 Minuten kam es zum Bruch im Spiel der Gäste. Vorne wurde nun darauf vertraut, dass der Dreier den ganzen Abend lang sitzen würde, der Zug zum Korb wurde nahezu vollkommen eingestellt und 1 gegen 1 Aktionen ersetzten das erfolgreiche Zusammenspiel der ersten Minuten. In der Defensive zeigte sich nun, dass die Kronshagener sich noch nicht gänzlich an die Abwesenheit jeglicher Center gewöhnt haben. Zwar wurden die ersten Ebstorfer Würfe zumeist noch ganz passabel verteidigt, danach durften die Gastgeber aber nach Belieben die Rebounds einsammeln und ein zweites oder drittes Mal auf den Korb werfen, sodass aus der schnellen Kronshagener Führung bald ein ausgeglichenes Spiel geworden war. Mit 21:20 aus Sicht der Gäste ging es in den zweiten Abschnitt.  Hier zeigte sich weiter das Bild des ersten Viertels: Kronshagen spielte 1 gegen 1, Ebstorf reboundete und traf früher oder später den Korb. Dieses Muster sorgte schließlich für den (letzten) Führungswechsel der Partie, als die Sirene zur Pause ertönte stand ein 44:40 für die Gastgeber zu Buche.

In der Halbzeit bemängelte Coach Dörband dann auch folgerichtig Teamspiel und Reboundarbeit, die Kronshagener gelobten Besserung und traten ambitioniert und eifrig zum dritten Viertel an – nur um die Partie komplett aus den Händen zu geben. 33 Punkte gestattete man dem Gastgeber, jegliche Gegenwehr bei den Rebounds wurde nun endgültig eingestellt, sodass Ebstorf nahezu jeden Angriff mit einem Korberfolg abschließen konnte und eine völlig verdiente 72:57 Führung mit in den Schlussabschnitt nahm. In diesem bewiesen Gruber, Kalm und Co. aber immerhin Moral. Mit dem Gefühl der Ausweglosigkeit im Nacken gelang es plötzlich, hinten die Abpraller einzusammeln und vorne wieder etwas häufiger zu Punkten zu kommen. Gerade einmal drei Zähler wurden in den ersten paar Minuten des vierten Viertels zugelassen, der Rückstand wurde fünf Minuten vor Spielende noch einmal auf 70:75 verkürzt und für einen kurzen Moment schien ein Auswärtssieg tatsächlich in Reichweite. Dann endete die Aufholjagd Kronshagens allerdings so plötzlich, wie sie begonnen hatte: Vorne wurde der Ball ein paar Mal zu häufig verloren, hinten erinnerten sich die Ebstorfer wieder daran, dass sie schon das ganze Spiel zu einfachen Punkten gekommen waren. Hinzu kamen jetzt noch das eine oder andere überflüssige Kronshagener Foul und wenige Minuten später war das Spiel unter dem Jubel der Zuschauer mit 93:84 für Ebstorf zu Ende gegangen.

Eine Niederlage, die zwar mit (deutlich) besserer Reboundarbeit vermeidbar gewesen war, letzten Endes aber kein Grund ist, den Kopf in den Sand zu stecken. Auch der Fehlstart mit zwei Niederlagen aus den ersten beiden Partien ist im Moment noch kein Grund zur Panik, wurden doch sowohl Rostock als auch Ebstorf vor der Saison als Spitzenteams in der Liga eingeschätzt und waren somit nicht unbedingt der Kategorie „Pflichtsieg“ zuzuordnen. Entsprechend zeigte sich auch Coach Dörband nach dem Spiel verhältnismäßig optimistisch: „Spielerisch haben mir ein paar Sachen echt gut gefallen, da sind wir teilweise deutlich besser gewesen als letzte Woche.“, befand der Cheftrainer Kronshagens, erkannte aber auch: „Wenn du auswärts 84 Punkte machst, dann musst du gewinnen. Punkt. Die Offensivrebounds waren das ganze Spiel über das Problem, da müssen wir härter agieren.“

In der Tabelle befindet sich Kronshagen nach zwei Niederlagen aus zwei Spielen in der angenehmen Situation, die Liga von hinten aufrollen zu können. Der erste Schritt dafür soll bereits am kommenden Sonntag erfolgen, dann tritt man auswärts bei den Aufsteigern von Blau-Weiß Ellas aus Hamburg an. Die Hamburger haben bisher eine genauso erfolgreiche Saison gespielt wie die Kronshagener, es steht also ein echter Kellergipfel vor der Tür. Um 16 Uhr geht der Ball in der Budapester Straße zum Jump in die Luft, Unterstützung ist wie immer gern gesehen. Wir freuen uns über alle, die uns unterstützen wollen und wünschen bis dahin noch eine schöne Woche!

 

Für Kronshagen spielten: Azodiro (9 Punkte), Bothe, Butenschön (13), Faris (21), Greve (8), Gruber (10), Kalm (13), Meyer (2), Stahmer (8)

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