Der erhoffte Brustlöser

Spürbare Erleichterung bei Kronshagens Korbjägern. Endlich hat das Schlusslicht der Zweiten Regionalliga Nord den Turnaround geschafft. Mit 87:66 (40:30) zogen Kapitän Christopher Gruber und Co. der favorisierten BG Halstenbek/Pinneberg den Zahn, fuhren den seit Wochen ersehnten vierten Saisonsieg ein und schöpfen aus der beeindruckenden Vorstellung im Heimspiel für den längst tobenden Überlebenskampf neue Zuversicht. .

Emil Krumbeck spielte sich mit seinem Team im dritten Viertel in einen Rausch
Emil Krumbeck spielte sich mit seinem Team im dritten Viertel in einen Rausch

Kommt es jetzt zum Aufstand im Tabellenkeller? Immerhin funkten die TSVK Baskets mit diesmal zudem erfreulicher Kaderstärke ein klares Lebenszeichen. Im Endspurt kann der Tabellenletzte das Ruder in den verbleibenden sechs Partien noch herumreißen. Das Polster der Teams Blau-Weiß Ellas Hamburg, TSV Bargteheide, Bramfelder SV und BG Hamburg-West zwickt bereits, sämtliche Konkurrenten sammelten gerade einmal einen einzigen Sieg mehr auf der Habenseite ein.

"Meine Mannschaft hat die beste Saisonleistung gezeigt. Das lässt sich mit Fug und Recht behaupten", strahlte Coach Jojo Dörband, "nach zähen ersten Minuten packten die Jungs vor allem in der Verteidigung entschlossen zu." In der Tat: Fehlte anfangs noch das Wurfglück, so führte eine Auszeit des Trainers zur Wende. Dank nun wesentlich druckvolleren Aktionen stellten sich schnell Erfolge ein, nach sechs Minuten waren die Hausherren auf 14:8 (6.) enteilt. Die Gastgeber schnürten entschlossen das Sturmgepäck – Kapitän Gruber (15 Punkte) ging mutig voran, der vor Energie strotzende Johannes Kalm (11), aber auch die flinken Guards Christian Rinner (8/1) und Emil Krumbeck (5) sprühten vor Tatendrang.

Bis zur Halbzeit hatte ein komfortabler Vorsprung Bestand (40:30), nach dem Pausendrink baute der Tabellenletzte die Führung sukzessive aus und steuerte ohne Leistungsschwankungen dem Start-Ziel-Sieg entgegen. Bei den Ha/Pi waren einzig Levi Levine (20/3) und Jonas Pilling (18/2) nicht vollständig auszuschalten. Dies tat der phasenweise entfesselten Leistung indes keinen Abbruch, die nach dem Seitenwechsel im berauschend gewonnen dritten Viertel ihren Höhepunkt erlebte. Ganz groß zogen die beiden Scharfschützen Tom Stahmer (20/3) und Frederik Butenschön (17/5) auf. "Die Jungs haben die Hoppers nach der Halbzeitpause förmlich abgeschossen. Ein 20:2-Lauf binnen acht Minuten, das war ganz, ganz stark. Danach war der Drops gelutscht", jubelte Dörband. Der Rucksack fühlt sich ungleich leichter an. Endlich hielten die TSVK Baskets dem Abstiegsgespenst das Stoppschild vor die Nase.

Und auch das Restprogramm macht Mut. Denn Kronshagens Fahrplan für die kommenden Wochen könnte sich am Ende noch als Glücksfall erweisen - immerhin haben die Schleswig-Holsteiner die Duelle gegen die beiden Topteams EBC Rostock II und Rot-Weiss Cuxhaven schon hinter sich. Am 22. Februar steigt das nächste Schicksalsmatch bei der BG West, am finalen Spieltag könnte es gar zum entscheidenden Showdown gegen Bramfeld kommen.

TSV Kronshagen - BG Halstenbek/Pinneberg 87:66 (40:30)

TSVK: Borrmann 4, Bothe, Butenschön 17/5, Greve 1, Gruber 15, Kalm 11, Klapproth 5, Krumbeck 5, Meyer 1, Rinner 8/1, Stahmer 20/3.

Verfasst von Jürgen Schinke, Kieler Nachrichten

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